#traditionaltuesdayrant Lärm

Ich hasse Lärm. Ich meine nicht unbedingt Geräusche, es kann auch olfaktorischer „Lärm“ sein, also Gerüche. Oder zu viel Farbe. Nervige Muster. Noise halt.


Geräusche die einzeln vollkommen in Ordnung sind, wie ein Podcast, eine Unterhaltung oder das Geräusch der Dunstabzugshaube, sind in Kombination fürchterlich und lassen mich ungeduldig und auch ein bisschen aggro werden.

Ich arbeite auch am besten in Stille. Zieht von irgendwo her jedoch ein starker Geruch her, sei er angenehm oder unangenehm, wird es schwer mit der Konzentration. Wird es sehr laut, zB ein Martinshorn, halte ich mir die Ohren zu.

Wir leben jedoch in einer Zeit, so scheint mir, wo Lärm und  Gewusel cool und hipp sind und Stille etwas für Manager im Kloster. Ich wusel gerne, bin aktiv, manchmal laut und äußerst effizient. Und doch kann ich mit coolen Cafés mit Dauerbeschallung, Teambüros und Unterhaltungen in Clubs so gar nichts anfangen. Selbst Restaurants habe ich schon mit „cooler Clubmusik“ beschallt erlebt. Die Musik, der normale „Restaurantnoise“ und die Gespräche vermengen sich zu einem so lauten Potpourri, dass ich mein Essen kaum schmecken kann.

Ich habe eine abenteuerliche These.

Manche Sorten von Lärm lenken ab, sind kommunikativ und Alltag. Stille kann unglaublich laut sein. Bedrohlich. Nicht auszuhalten. Man ist allein mit seinen Gedanken und sich selbst.
Stille zuzulassen, auch zwischen Menschen, ist mutig und manchmal sehr gewagt, ist nicht so kontrollieren. Stille ist Ungewissheit und Abenteuer. Stille als Abwesenheit von „Comfort Noise“ ist unangenehm.

Vielleicht sind die Leute heute nicht mehr gern mit sich allein?

 

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2 Gedanken zu “#traditionaltuesdayrant Lärm

  1. Für mehr Stille! Für mehr Allein! Es gibt nichts schöneres! Lautes ist mir ein Graus. Alles außer Musik und Sprache, wird von mir als mehr oder weniger lästig empfunden. Allerdings scheint es immer mehr Orte zu geben wo sich Lärm aller Art zusammenfindet, um eine Party mit den anderen Kumpels zu feiern. Es wird an immer mehr Orten unerträglich laut. Deswegen mag ich mein Zuhause so sehr, denn da ist es hübsch leise. Da bin ich so hübsch allein mit mir. Leider nehmen sich die Menschen offensichtlich immer weniger Zeit für sich. Ob das richtig oder falsch ist, das weiß ich nicht. Ich weiß nur was für mich gut ist. Ich liebe das Alleinsein, die Stille. Wenn ich mir nicht so oft Zeit für mich und mein Alleinsein nehmen würde, wäre ich bestimmt ganz schön einsam.

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