Review re:publica Tag2 – angekommen im Internet 

Zweiter Tag auf der re:public, dritter Tag in Berlin. Wer mich kennt weiß, Berlin und ich, das wird nix mehr. Wohnen bestimmt auch total viele tolle Leute da, aber wohl fühle ich mich überhaupt nicht. Und da sind die Nahtoderlebnisse durch radfahrende Wahnsinnige nicht mal mit drin. Egal, ich konnte schon ganz routiniert meinen Weg zum Gelände nehmen und fiel da nach einem Tweet von Frau Kariert völlig unvorbereitet in:

1Totalüberwachung in der Schule

War das eine Education Fiction?  Datenprofile der Schüler, staatliche Bildungscloud Vollverschlüsselung, Bodycams für Lehrer, und schlussendlich Vollüberwachung. Mit der Begründung Opferschutz. Ein Bundesdatenministerium.

Angst führt uns nirgendwo hin, das steht schon mal fest. Neben lustig war es aber vor allem ziemlich bedrückend. Denn die vorgestellten Abläufe erinnerten sehr an das, was man vom Politikbetrieb so kennt. Und die Totalüberwachung von Kindern scheint nicht mehr fern. Insbesondere wenn man bedenkt, wie sich allein das Bild von „Kind“ in den letzten 150 Jahren gewandelt hat. Sie rücken immer mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Danach festgequatscht über alles und Gedöns. Meine TL und der Hashtag #rp15 vermittelten mir jedoch, dass dieses Festquatsches, Hängenbleiben und rumprümmeln scheinbar voll re:publica und damit in Ordnung ist. Auf dem Weg zur Stage3 bin ich dann an Stage 1 hängengeblieben, war also schon am zweiten Tag auf dem Weg zur Musterbesucherin.

2under Construction 

Europa ist nicht männlich, Trend zur Renationalisierung. Freiheit Frau und Republik sind weiblich, Europa umstülpen und das am Beispiel einer Mütze.

Interessante Sichtweise auf die politische Strukturierung Europas. Insbesondere, die Zuordnung von männlicher und weiblicher Konnotation fand ich sehr spannend, im Alltag denke ich nicht über die Assoziationen zu dem Wort Europa nach. Also, eher selten.

Schon wieder verquatscht, Sonne. Es hörte nicht auf. Kaffee gab es auch.

3 Arbeit neu erfinden

Von #neuearbeit keine Spur im Talk. Wo ist denn der Kulturwandel? Altes Denken in neuen Kleidern Klischees und so, ich habe die Techbranche für moderner gehalten. Allerdings, muss man ja auch mal sagen, habe ich zu hohe Ansprüche. Unternehmen haben Gewinnabsicht und versuchen sich dementsprechend natürlich nur an profitablen Modellen. An einer Abwertung der Erwerbsarbeit ist sicher kein Unternehmen interessiert. Eigentlich schön blöd.

Einheitslohn ist ne geile Sache, das muss ich zugeben. Aber: Kontrollwahn unter den Mitarbeitern. Wird im Gespräch als Motivation verkauft. Kann man sicher so sehen. Sehe ich anders.
Gespräche! Gespräche! Diesmal mit Herrn Martinsen, der Frau Kariert und Michaela.(Ich mache mich ganz gut, was? )

Irgendwann wurde ich dann entführt, zu einer ganz wunderbaren Schnelleinführung in „was fühlt sich wie an“ von Drehumdiebolzen, die mir mit Mamamachtsachen zusammen die ganze re:publica über ganz viel Lust aufs Nähen gemacht hat.

Später hatten wir noch einen tollen Abend mit Essen und Gesprächen. (Das könnte zur Gewohnheit werden)

 

Tag2, meine Güte, also so viele tolle Gespräche. Die Links haben übrigens den Zweck, dass auch ihr tollen Leuten folgt, die mir eine so tolle re:publica bereitet haben. Man sollte öfter so viel Zeit, Raum und Gelegenheit haben, so zu sprechen. Ich war natürlich noch kaputter als am Tag davor, wieder hab es herrliches Essen und noch tolle Gespräche mit meinem Gastgeber. (Der hat kein Twitter, sollte sich nun aber gelobhudelt fühlen, so toll war es da)

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