re:publica Tag3 – Abschied vom Internet 

Tag 3 der re:publica, Tag 4 in Berlin. Am Abend vorher bin ich sogar über eine rote Ampel gegangen, lebe aber erstaunlicherweise noch. So kam es, dass ich mich, nach Verabschiedung von meinem lieben Gastgeber, samt Gepäck auf machte, um meinen letzten Tag re:publica zu genießen.

 

1sign up for hartzIV

Kommunikation in der Verwaltung und warum der statische Antrag ungünstig ist, was wäre wenn von Antragsteller aus gedacht wäre? Ein toller Vortrag, der zeigte, wie viel weniger diskriminierend und menschenverachtend so ein Antrag auf SGBII Leistungen sein kann, wenn man ihn richtig designt. Papier war da natürlich raus. Man wollte einen barrierearmen Zugang. Das Netz als Barriere wird hier auf der republica erwartungsgemäß eher ignoriert und sich abschließend nochmal über  Merkels Neuland amüsiert. Das ist natürlich eine Schwachstelle: Ja, in England und Estland läuft das super, aber wer sagt, dass hier jeder Zugang zum Netz hat? Da ist sicherlich noch viel zu tun.

2 Journelle Fremd gehen immer nur die anderen

Großartig! Beziehungen und Digitales, also das Internet und die Partnerbörse mit Qual der Wahl. Projekt des richtigen Lebens und die Chance (?)  des Internets, das Leben an dieses Wunschbild anzupassen. Gelernt haben wir: Wer fremdgeht stirbt! Also nicht mehr, aber wenigstens entführt werden muss man noch. Monogamie als gesellschaftlicher Konsens, das habt ihr ja von mir auch schon gelesen, von der nicht so alten Romantik.   Sehr gelacht habe ich, als Journale das Schloss als Symbol eines (trostlosen) Beziehungsideals vorstellte, überhaupt habe ich sehr viel gelacht. Ihr Blog gehört zu meiner regelmäßigen Lektüre und spätestens als sie die Frage aufwarf, warum wir das nicht alles einfach ändern, hätte ich gerne gejubelt und mit Flausch beworfen. Man möchte sie für diesen Vortrag mit allem Tollen bewerfen. Flausch, Geld, Komplimente.Hier findet ihr ihren Blog.

3 der Rabbi und koschere Gummibärchen von  irgendwiejuna

Blogs die sich mit jüdischem Leben in Deutschland beschäftigen. Ich folge nun sehr viel interessanten Blogs, jüdisches Leben ist etwas, was ich noch gar nicht  in meiner Bubble hatte. Was wirklich total schade ist, ich meine, warum war das nicht präsent? Egal, nun kann ich es also ändern.

 

4fight for your Rights

Mit Journalismus für digitale Grundrechte,  Netzpolitik.org stellt das Team vor und die lustigsten Kommentare und Leserbriefe. Auch sehr nice, mal zu sehen, wer hinter den Artikeln sitzt.

5Critical Crafting 

Häuslichkeit und Internet heben sich nicht auf? Oder doch? Neoliberalismus kritisieren, aber die kapitalistische Gesellschaft vergessen? Ich bin vielleicht als Soziologin nicht die richtige Frau für so einen Talk. Ich vermisse sowas wie Definitionsschärfe und ich könnte ausrasten, wenn veraltete Modelle und Begriffe (Klassismus?)für ein neues Phänomen benutzt werden. Umprofessionell. Sonst eher umspannenden Vortrag, ich war ein bisschen enttäuscht, da steckt Potenzial drin.

So. re:publica. Im Gegensatz zur Hinfahrt war dieser Bus sehr pünktlich und ich kam wohlbehalten zu Hause an. Vollkommen übersättigt mit Eindrücken, Gesichtern, Emotionen. Insbesondere drehumdiebolzen werde ich nun sicher ein paar Tage länger vermissen, es war doch einfach wunderbar. mamamachtsachen hat mich daran erinnert, wieder mehr ins Theater zu gehen (auch wenn sie es überwunden hat und das so nie gesagt hat ^^) und Frau Grünkariert und Herr Martinsen  haben es geschafft mich richtig rot werden zu lassen, die lesen hier nämlich.

Überhaupt ermöglicht haben das ganze Juna  und Drehumdiebolzen. Vielen Dank euch Beiden!

Ich denke, ich komme nächstes Jahr wieder.

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Ein Gedanke zu “re:publica Tag3 – Abschied vom Internet 

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